Haarausfall durch Eisenmangel? Ursachen und Zusammenhänge
Haarausfall kann sowohl ein frühes Anzeichen als auch eine Folge eines Eisenmangels sein. Haarfollikel gehören zu den stoffwechselaktivsten Zellen des Körpers und benötigen Eisen für ein gesundes Wachstum. Bei einem Eisenmangel priorisiert der Körper die Versorgung lebenswichtiger Organe und entzieht weniger essenziellen Strukturen wie Haaren und Nägeln Eisen. Deshalb zeigen sich Mangelerscheinungen häufig zuerst in Form von geschwächtem Haarwachstum oder Haarausfall [1]´.
Warum so viele Männer von Haarausfall betroffen sind
Die androgenetische Alopezie ist der medizinische Fachbegriff für erblich bedingten Haarausfall und stellt mit Abstand die häufigste Form von Haarausfall bei Männern dar. Das Risiko, betroffen zu sein, steigt mit zunehmendem Alter deutlich an [4].
So leiden
- rund 30 % der Männer ab dem 30. Lebensjahr,
- etwa 40 % der Männer ab Mitte 40 und
- bis zu 50 % der Männer ab dem 50. Lebensjahr an androgenetischer Alopezie [5].
Haarausfall bei Männern: unvermeidbar oder natürlich behandelbar?
Androgenetische Alopezie (AGA) wird in erster Linie durch genetische und hormonelle Faktoren verursacht, insbesondere durch Testosteron und dessen Umwandlung in Dihydrotestosteron (DHT). DHT schwächt die Haarfollikel zunehmend, was im Laufe der Zeit zu vermindertem Haarwachstum und einer Miniaturisierung der Follikel führt [8].
Eisenmangel stellt eine zusätzliche Belastung dar. Für das Wachstum von Haaren ist Eisen unerlässlich. Bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall macht ein Eisenmangel die Haarfollikel zusätzlich anfälliger. Der Körper entzieht bei einem Mangel zuerst Haaren und Nägel Eisen, da er diese als für nicht-lebenswichtig einstuft. Haarfollikel brauchen jedoch eisenhaltiges Blut, um mit ausreichend Sauerstoff versorgt zu werden.
Ein niedriger Ferritinwert kann einen Haarausfall nicht nur verursachen, sondern den erblich bedingten Haarausfall beschleunigt [6]. Mittlerweile wird bei der häufig in Kombination mit Haartransplantationen einhergehenden PRP-Behandlung (Plasma-Therapie) der Ferritin- und Hämoglobinwert gemessen, um einen Eisenmangel vor der Behandlung zu beheben oder auszuschließen. So werden Patienten vor ineffizienten Resultaten, oder einer verzögerten Heilung geschützt [7]. Eine Überprüfungen des. Ferritinwerts bietet sich also an, um einen Eisenmangel auszuschließen oder zu beheben. Selbsttests für zu Hause zur qualitativen oder quantitativen Bestimmung des Eisenspeichers bieten sich an, um schnell klarheit über Werte oder einen bestehenden Mangel zu schaffen.
Niedrige Ferritinwerte verursachen dünner werdendes Haar
Niedrige Ferritinwerte können nicht nur zu Haarausfall beitragen, sondern sie stehen auch im Zusammenhang mit verschiedener Formen von Haarausfall, darunter:
- Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
- Alopecia areata (fleckiger, kreisförmiger Haarausfall)
- Telogen-Effluvium (vorzeitiger Übergang der Haarfollikel in die Ruhephase)
- Diffuser Haarausfall (weit verbreitete Ausdünnung der Kopfhaut)
- Alopecia totalis (Verlust aller Kopfhaare) [6][7]
Eisenmangel bedingter Haarausfall bei Frauen
Frauen sind insgesamt weniger häufig von Haarausfall betroffen als Männer. Tritt bei Frauen dennoch Haarausfall auf, liegt häufig eine überwiegend durch Eisenmangel verursachte Form vor, die als sogenannte pseudohormonelle Alopezie bezeichnet wird. Ein Eisenmangel kann bei Frauen auch den Hormonhaushalt beeinflussen, was die Durchblutung der Haarfollikel zusätzlich beeinträchtigt. Haare und Nägel leiden dabei meist zuerst an einer schlechten Versorgung. Hält der Eisenmangel über längere Zeit an, und entwickelt sich zu einer Blutarmut (Anämie), kann dies zu einer pseudohormonellen Alopezie führen. Die Haare werden zunehmend dünner und fallen schließlich aus [8].
Bei welchem Ferritinwert hört Haarausfall auf?
Ein klarer Grenzwert, ab dem Haarausfall sofort aufhört, lässt sich nicht festlegen. Es gilt jedoch: Ein Ferritinwert unter 15 µg/L zeigt einen deutlichen Eisenmangel an. Der Ferritin-Normwerte richtet sich dabei nach dem Geschlecht. Frauen haben im Durchschnitt niedrigere Eisenreserven als Männer, da sie durch die Menstruation regelmäßig Blut verlieren. Zusätzlich steigt der Eisenbedarf bei Frauen in bestimmten Lebensphasen, etwa während einer Schwangerschaft, deutlich an. Die offiziellen Referenzbereiche liegen bei etwa 15–200 µg/L für Frauen und 15–300 µg/L für Männer.
Für das Haarwachstum bei Haarausfall sind diese unteren Normwerte jedoch nicht ausreichend. Bei eisenmangelbedingtem Haarausfall werden deutlich höhere Ferritinwerte empfohlen, damit sich das Haarwachstum stabilisieren kann. Einen Zielbereich von mindestens 40–60 µg/L ist empfehlenswert [10], manche Empfehlungen gehen sogar hoch bis 70 µg/L [11].
Gilt das auch für Männer?
Ja. Auch wenn Eisenmangel häufiger bei Frauen auftritt, spielen Eisenreserven bei Männern und Frauen mit Haarausfall eine Rolle. Bereits vor Jahrzehnten wurde beobachtet, dass eine Verbesserung des Eisenstatus bei eisenarmen Personen mit Haarausfall zu einer Reduktion des Haarverlusts beitragen kann. Der Ferritinwert gilt dabei als verlässlicher Marker, um die Eisenspeicher im Körper zu beurteilen. Für gesundes Haarwachstum reicht also oft nicht aus, „gerade noch im Normbereich“ zu liegen. Bei bestehendem Haarausfall wird empfohlen, den Ferritinwert auf mindestens 40–70 µg/L anzuheben.
Tipps zur Ernährung und Kontrolle
Ein Eisenmangel lässt sich mit gezielten Maßnahmen wirksam vorbeugen:
- Ernährung:
Eine eisenreiche Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Eisenquellen bildet die Basis. In Kombination mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln lässt sich die Eisenaufnahme zusätzlich verbessern. - Regelmäßige Kontrolle:
Besonders Risikogruppen wie Schwangere, Frauen mit starker Menstruation sowie Männer mit Haarausfall sollten ihren Ferritinwert regelmäßig überprüfen. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. - Gezielte Supplementierung:
Bei nachgewiesenem Eisenmangel können Eisenpräparate in Absprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachkraft sinnvoll sein. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da ein Eisenüberschuss ebenfalls gesundheitsschädlich sein kann. Eine Supplementierung sollte stets durch eine Fachkraft begleiten werden [9].
Eisenmangel Test für zu Hause
Mit SmarTest Ferritin Home kannst du deinen Eisenspeicher schnell zu Hause überprüfen. Der quantitative Schnelltest besteht aus einem Testkit und einer Smartphone-App, die dich Schritt für Schritt durch die Testdurchführung führt. Nach nur 15 Minuten erfolgt eine eigenständige Auswertung direkt über die App. Die App liest die Farbintensität des Teststreifens über deine Smartphonekamera aus, und errechnet ein quantitatives Ergebniss für dich, das mit Laborwerten vergleichbar ist. Alle Ergebnisse werden automatisch in der SmarTest Ferritin App gespeichert – so kannst du deine Ferritinwerte langfristig verfolgen und deinen Eisenstatus gezielt im Blick behalten.
Eisenwerte erhöhen durch Ernährung
Nährwerttabelle eisenreicher Lebensmittel