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Wie Netzwerk gegen Darmkrebs & Preventis jährlich Tausende zur Vorsorge bringen

Autor: Vanessa Lagona

Erstellt am: 12. Mär 2026

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Gemeinsam mehr Menschen für die Darmkrebsvorsorge erreichen

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland – und gleichzeitig zu den am besten vermeidbaren. Entscheidend ist die Früherkennung: Wird ein Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, liegen die Heilungschancen bei bis zu 95 %. Dennoch nehmen viele Anspruchsberechtigte in Deutschland bestehende Vorsorgeangebote nicht oder nur unregelmäßig wahr. Neben strukturellen Faktoren der Gesundheitsversorgung hängt die Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung maßgeblich davon ab, wie verständlich Menschen informiert werden und wie leicht Vorsorgeangebote in den Alltag integrierbar sind.

Genau hier setzt die Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und der Preventis GmbH an. Das bundesweit aktive Netzwerk wurde 2004 gegründet und gilt heute als wichtigste unabhängige gemeinnützige Vereinigung im Bereich der Darmkrebsvorsorge in Deutschland. Es vernetzt führende Entscheider und Meinungsführer aus Medizin, Wissenschaft, Politik und öffentlichem Gesundheits-wesen, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Versorgung zu übertragen. Ziel ist es, die Zahl der jährlich rund 26.000 Todesfälle durch Darmkrebs in Deutschland langfristig deutlich zu senken [1].


Noch immer zu niedrige Teilnehmerraten in Deutschland

Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Deutschland geringere Teilnahmequoten aufweist als Länder mit organisierten, bevölkerungsbasierten Screeningprogrammen, in denen Teilnahmeraten von über 60 bis 80 % erreicht werden. Während diese Länder systematische Einladungsverfahren und niedrigschwellige Zugänge nutzen, basiert die Vorsorge in Deutschland stärker auf ärztlichen Empfehlungen und opportunistischen Untersuchungen [8]. In Deutschland nehmen nur etwa 23 % der Männer im Alter von 50-54 Jahren an der Darmkrebsfrüherkennung durch Stuhltests teil [4].


So führt Aufklärung in der Darmkrebsvorsorge zur tatsächlichen Teilnahme

Wie diese Zusammenarbeit konkret wirkt, zeigt sich besonders in betrieblichen Darmkrebsvorsorgeaktionen. Gemeinsam sensibilisieren das Netzwerk gegen Darmkrebs und Preventis Mitarbeitende in Unternehmen für die Bedeutung der Früherkennung. Ein zentraler Bestandteil dieser Kooperation sind die medizinisch fundierten Fachvorträge zur Darmkrebsfrüherkennung, die vom Präsidenten des Netzwerks und Gastroenterologen Dr. Birkner gehalten werden. Dabei vermittelt Dr. Birkner nicht nur medizinische Fakten, sondern ordnet die Bedeutung der Früherkennung verständlich für Mitarbeitende ein.


Ärztliche Aufklärung schafft Vertrauen

„Wir wissen das wenn bei einer Darmspiegelung ein Darmtumor gefunden wird, sich dieser in etwa 70 % der Fälle noch in einem sehr frühen und gut behandelbaren Stadium befindet – den sogenannten Stadien 1 und 2. In diesen Fällen liegt die Heilungschance bei 95 % durch eine dann durchgeführte Operation. Deshalb ist, selbst wenn durch die Vorsorge ein Tumor festgestellt wird, die Prognose für den betroffenen sehr günstig, “ so Dr. Birkner.

Dr. Birkner betont dabei auch die praktische Bedeutung niedrigschwelliger Testangebote: „Ich würde grundsätzlich immer einen Stuhltest für zuhause empfehlen, aus dem einfachen Grund, weil es die Freiheit zur Entscheidung unterstützt: ich bin zeitlich und räumlich unabhängig sowohl für die Testdurchführung als auch für den Erhalt des Ergebnisses, Schließlich ermöglicht der Test die unmittelbare Auswertung dann, wenn ich die Stuhlprobe zu Hause entnommen habe, innerhalb von 15 Minuten.“


Medizinische Aufklärung trifft praktische Umsetzung

Im Anschluss an solche Informationsveranstaltungen erhalten Mitarbeitende die Möglichkeit, einen Stuhltest für zuhause durchzuführen – ohne Arzttermine oder organisatorische Hürden. Die direkte ärztliche Einordnung schafft Vertrauen und motiviert viele, sich erstmals aktiv mit Darmkrebsvorsorge auseinanderzusetzen. Die unmittelbare Verbindung aus Information und konkreter Handlungsmöglichkeit ist ein zentraler Erfolgsfaktor der Zusammenarbeit.

Als deutsches Diagnostikunternehmen mit wissenschaftlichen Wurzeln in der Labormedizin entwickelt Preventis seit über 20 Jahren Schnelltests für die Darmkrebsvorsorge. Im Rahmen der gemeinsamen Vorsorgeaktionen in Unternehmen stellt Preventis diagnostische Stuhltests bereit, die eine einfache Durchführung zuhause oder eine Auswertung im Labor ermöglichen. Dazu gehören sowohl klassische qualitative, als auch smartphone-basierte Schnelltests, die in Kombination mit einer App, eine quantitative Auswertung erlauben. Gemeinsam schlagen das Netzwerk gegen Darmkrebs und Preventis so eine Brücke zwischen medizinischer Aufklärung und praktischer Umsetzung.


Betriebliche Gesundheitsförderung erhöht Teilnehmerrate der Darmkrebsvorsorge

Vorsorgeaktionen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung helfen, bestehende Barrieren für Menschen zu überwinden [5]. Schließlich rechnet sich eine betriebliche Darmkrebsvorsorge immer - sowohl wirtschaftlich als auch menschlich [6]. Gleichzeitig zeigen sie, wie Arbeitgeber in Deutschland strukturelle Defizite des deutschen Gesundheitssystem adressieren können.


Einfache Stuhltests spielen eine wichtige Rolle in der Früherkennung

Die Rolle von Stuhltests in der Darmkrebsfrüherkennung ist wissenschaftlich gut belegt. Studien zeigen, dass immunologische Stuhltests dazu beitragen können, Vorstufen von Darmkrebs frühzeitig zu erkennen und so Erkrankungen und Todesfälle verhindern können. Entscheidend ist dabei die Koloskopie, sowie einfache Stuhltests, da sie die Akzeptanz und Zugänglichkeit für die Bevölkerung erhöhen. Wie Stuhltest und Darmspiegelung in der Darmkrebsvorsorge zusammenhängen, liest du hier: Stuhltest und Darmspiegelung erklärt.

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Mehr Menschen nachhaltig für die Darmkrebsvorsorge gewinnen

Die Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk gegen Darmkrebs und Preventis verfolgt ein klares Ziel: die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge nachhaltig zu erhöhen und Prävention zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Gesundheitsversorgung zu machen.

Durch die Kombination aus medizinischer Aufklärung, direkter ärztlicher Einordnung und zugänglichen diagnostischen Lösungen, erreichen das Netzwerk gegen Darmkrebs und Preventis zusammen jedes Jahr tausende Menschen– darunter viele, die zuvor nie an einer Darmkrebsfrüherkennungsmaßnahme teilgenommen haben.

Mehr Informationen zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge für Unternehmen? Kontaktieren uns.

Mehr zu Stuhltests: Ein Vergleich

1] Gesundheitsberichterstattung Robert Koch Institut (30.01.2026), Darmkrebs: Sterblickheit, zuletzt aufgerufen am 13.02.2026, https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/Gesundheitszustand/KoerperlicheErkrankungen/Krebs/DarmkrebsSterblichkeit/darmkrebsSterblichkeit_node.html?darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2023&geschlecht=0&standardisierung=3

[2] Cancer Research UK (o.D.), Survival for bowel cacner, last reviewed on 25.11.2024, last opened 14.02.2026, https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/bowel-cancer/survival

[3] U.S. Centers for disease Control and Prevention (CDC) (2015), Understanding Barriers to Colorectal Cancer Screening in Kentucky, last opened 14.02.2025, https://www.cdc.gov/pcd/issues/2015/14_0586.htm#:~:text=Barriers%20to%20CRC%20screening%20are,or%20inadequate%20resources%20(10).

[4] Journal Onkologie (2025), Nutzung der Darmkrebsfrüherkennung in Deutschland bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, veröffentlich am 25.08.2025, zuletzt geöffnet am 14.02.2025, https://www.journalonko.de/news/medizin/darmkrebsfrueherkennung-niedrige-teilnahmeraten-deutschland

Paragraph:

[5] Felix Burda Stiftung (2016), Die besten Argumente für die betriebliche Darmkrebsvorsorge, zuletzt geöffnet am 14.02.2026, https://www.youtube.com/watch?v=XLGCBc6UloI&t=32s

Script: Aussage Joachim Wolf, Vorstand E.on Betriebskrankenkasse, Minute 01:20-01:27, Aussage Dr. Daniel Mauss, Leitender Betriebsarzt Allianz Deutschland, Minute 00:59-01:16

[7] Bretthauer M. (2025), Was ist gesichert in der Vorsorge des kolorektalen Karzinoms? [What is confirmed in colorectal cancer screening?], Innere Medizin (Heidelberg, Germany), 66(12), 1251–1257. https://doi.org/10.1007/s00108-025-01983-5, available at https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12647334/

[8] Ola, Idris et al. (2024), Utilization of colorectal cancr screening tests across European countries: a cross-sectional analysis of the European health interview survey 2018–2020., The Lancet Regional Health - Europe 2024;41: 100920 Published Online 29 April 2024 https://doi.org/10. 1016/j.lanepe.2024. 100920

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