Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa stellen Betroffene und Gesundheitssysteme gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Erkrankungen verlaufen häufig schubweise und erfordern eine kontinuierliche Überwachung der Krankheitsaktivität. Gleichzeitig kommt es im Versorgungsalltag oft zu Verzögerungen – von der Diagnostik bis hin zur Therapieanpassung. Im Vereinigten Königreich leben rund 500.000 Menschen mit CED, jährlich werden etwa 25.000 neue Fälle diagnostiziert. Dennoch entspricht die aktuelle Versorgung vielerorts nicht den empfohlenen Standards hinsichtlich Betreuung und personeller Ausstattung.1
Wie moderne Heimtests das CED-Monitoring verändern
CED ist geprägt von Unsicherheit. Krankheitsschübe können plötzlich ohne Vorwarnung auftreten, und klinische Entscheidungen sind oft abhängig von Daten, die zu spät verfügbar sind.
Dadurch entsteht eine zentrale Herausforderung für Gesundheitssysteme: Wie lässt sich die Krankheitsaktivität engmaschig überwachen, ohne gleichzeitig den Aufwand für Patienten und medizinisches Personal zu erhöhen?
Die Gastroenterologie-Abteilung einer NHS-Klinik in Großbritannien zeigt in einer aktuellen Fallstudie, wie digitales CED-Remote-Monitoring mithilfe moderner Point-of-Care-Diagnostik die Versorgung verbessern konnte.
Die Ausgangssituation: Lange Wartezeiten und geringe Testbeteiligung
Fäkales Calprotectin gilt heute als etablierter Marker zur Überwachung entzündlicher Aktivität bei CED. Erhöhte Werte können auf einen beginnenden Krankheitsschub hinweisen – oftmals noch bevor sich die Beschwerden verschlimmern.2
In klassischen Versorgungsstrukturen erfolgt die Analyse meist über zentrale Labore. Die Stuhlprobe muss eingeschickt werden, bis zum Ergebnis vergehen häufig mehrere Tage bis Wochen. Im vorliegenden Praxisbeispiel aus Großbritannien warteten Patientinnen und Patienten teilweise bis zu vier Wochen auf ihre Ergebnisse. Gleichzeitig führte der aufwendige Versandprozess dazu, dass nur etwa die Hälfte der Betroffenen die Testung tatsächlich vollständig durchführte.
Gerade bei einer chronischen Erkrankung wie CED kann diese Verzögerung frühzeitige therapeutische Maßnahmen erschweren und unnötige Krankenhausaufenthalte begünstigen.
Die Lösung: Quantitative Calprotectin-Messung bequem von zu Hause
Um diese Versorgungslücke zu schließen, führte das Krankenhaus den Preventis SmarTest® Calprotectin Home ein – einen quantitativen Heimtest zur Bestimmung von fäkalem Calprotectin.
Die Lösung kombiniert einen Lateral-Flow-Schnelltest mit einer smartphone-basierten Auswertung und ermöglicht damit eine moderne Point-of-Care-Diagnostik direkt im häuslichen Umfeld:
- Quantitative Ergebnisse innerhalb weniger Minuten
- Digitale Auswertung per App
- Direkte Einbindung in bestehende digitale Versorgungskonzepte
Ziel war es, die Belastung für Patienten zu reduzieren, die Zeit bis zur Ergebnisverfügbarkeit deutlich zu verkürzen und klinische Entscheidungen schneller treffen zu können.
Der Schnelltest wurde aufgrund seiner klinischen Validität und Benutzerfreundlichkeit sowie der Möglichkeit ausgewählt, die Daten direkt an die Patientenplattform des Krankenhauses zu übermitteln.
Mehr erfahren:
Preventis SmarTest® Calprotectin Home
Vom Einzeltest zum digitalen CED-Remote-Monitoring
Für die Testung wird zu Hause eine kleine Stuhlprobe entnommen und in eine Probenlösung eingebracht. Anschließend wird die Lösung auf die Testkassette aufgetragen.
Nach etwa 15 Minuten analysiert die App die Farbintensität des Teststreifens und liefert unmittelbar ein quantitatives Ergebnis. Da die Daten digital erfasst werden, können sie direkt an die behandelnde Klinik übermittelt werden – eine wichtige Grundlage für modernes Remote-Monitoring.
Entscheidend für den Erfolg war die nahtlose Integration in die bestehende Krankenhausinfrastruktur. Die Ergebnisse wurden automatisch in die klinischen Systeme übertragen und standen dem medizinischen Fachpersonal nahezu in Echtzeit zur Verfügung.
Dadurch entstand ein neuer Ansatz für das digitale CED-Management:
- Patienten können ihre Krankheitsaktivität kontinuierlich überwachen
- Ärztinnen und Ärzte erhalten strukturierte, direkt nutzbare Daten
- Nachkontrollen und Therapieschritte können frühzeitig eingeleitet werden
So wird eine engmaschige ambulante Betreuung möglich – ohne zusätzliche Vor-Ort-Termine.
Messbare Vorteile für Patienten und Versorgungseinrichtungen
Die Einführung des Heimtests führte zu deutlichen Verbesserungen im Versorgungsalltag:
- Verkürzung der Zeit bis zum Ergebnis um bis zu 3–4 Wochen
- Verlängerung der ambulanten Kontrollintervalle von 118 auf 364 Tage
- Weniger Krankenhausbesuche und frühzeitigere Interventionen
Auch die Akzeptanz bei den Patienten stieg deutlich. Da der unangenehme Versand von Stuhlproben entfiel, nutzten viele Betroffene den Heimtest regelmäßig und stießen bei Bedarf aktiv Nachkontrollen an.
Für Kliniken und medizinisches Fachpersonal bedeutet dies eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen sowie eine gezieltere Priorisierung kritischer Fälle.
Warum medizinisches Fachpersonal auf diesen Ansatz setzt
Die hohe Akzeptanz des Systems beruhte vor allem auf zwei Faktoren: klinischer Relevanz und einfacher Integration in bestehende Abläufe.
Besonders hervorgehoben wurden:
- eine bessere Einschätzung der Krankheitsaktivität
- schnellere, datenbasierte klinische Entscheidungen
- die unkomplizierte Einbindung in digitale Patientenakten
Die Fallstudie zeigt deutlich: Moderne Diagnostik muss nicht nur innovativ sein – sie muss sich auch zuverlässig in den klinischen Alltag integrieren lassen.
👉 Praxisbeispiel ansehen:
University Hospital Southampton SmarTest Testimonial auf YouTube
Ein skalierbares Modell für moderne Versorgungskonzepte
Besonders interessant für internationale Partner ist die Übertragbarkeit des Konzepts. Der Ansatz basiert auf drei zentralen Komponenten:
- Validierte Heimtest-Technologie für fäkales Calprotectin
- Digitale Integration für modernes CED-Remote-Monitoring
- Point-of-Care-Diagnostik zur stärkeren Einbindung der Patienten
Diese Bausteine lassen sich flexibel an unterschiedliche Gesundheitssysteme und Marktanforderungen anpassen.
Fazit: Digitale Lösung als Baustein der modernen CED-Versorgung
Die Fallstudie verdeutlicht den Wandel in der modernen Diagnostik:
- von verzögerten Messwerten zu schneller Point-of-Care-Testung
- von reaktiver Behandlung zu Remote-Monitoring
- von isolierten Messwerten zur kontinuierlichen Versorgung
Für Partner und Gesundheitseinrichtungen entsteht daraus ein erprobtes, skalierbares Versorgungskonzept, das sich flexibel in unterschiedliche Märkte integrieren lässt.